Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Neuer Beitragstitel

Veröffentlicht am 22.07.2016
Ganzen Eintrag lesen »

Neuer Beitragstitel

Veröffentlicht am 11.06.2016

Offener Brief an den Herrn Bundesminister für Gesundheit  Hermann Gröhe, CDU

 

Demnächst Demenzkranke als Probanden für die Pharmalobbisten !!

 

Anlässlich der für Donnerstag  den 10. Juni 2016 geplanten Abstimmung im Deutschen Bundestag zum „Vierten Gesetz zur Änderung arzneimittelrechtlicher und anderer Vorschriften“

Herr Gröhe, Sie als studierter Jurist wissen genau welche Auswirkungen die geplanten, vom Kabinett schon abgesegneten Gesetzesänderungen haben können.

Für alle anderen Lesers dieses offenen Briefes hier die Hintergründe.

Zur Verbesserung von Therapien plant der Bundesminister für Gesundheit mit seinen Fachleuten (Lobbisten der Pharmaindustrie waren wohl sehr hilfreich dabei) Medikamentenversuche an demenzkranken Menschen frei zu geben. Es steht ausdrücklich im Entwurf, dass die Medikamentenversuchsgabe auch dann gegeben werden darf, wenn für den empfangenden Patienten „kein individueller Nutzen für den Probanden wahrscheinlich ist“.

Verbesserung von Therapie klingt immer gut, aber wo bleibt die Menschenwürde und die Ethik?   Wurden diese Werte bei der Jungen Union (JU) nicht gelernt? Klingt schon komisch, es gab schon mal einen JU’ler, der wollte damals alten Menschen die Hüft-Operationen verwehren.

Wo bleibt die Selbstbestimmung des Menschen (auch für seine Krankheitsfälle), wenn ein Gesetz nicht nur zulässt, sondern auch das erklärte Ziel hat, mich zum Versuchskaninchen zu machen, ohne dass ich zustimmen oder ablehnen kann! Wenn ich an einer Demenzerkrankung leide kann ich vermutlich oder sogar ziemlich sicher nicht mehr beurteilen, was da mit mir angestellt wird.

Dass die Pharmaindustrie ständig klinische Studien durchführen muss, um die Wirksamkeit neuer Medikamente zu testen, oder Aussagen über Langzeittherapien und Wechselwirkungen einzelner Wirkstoffe machen zu können, ist allseits bekannt. Nur - jeder, der sich als Proband zur Verfügung stellt, entscheidet es bei voller Geschäftsfähigkeit und wird über die Risiken informiert. Er bekommt zum Teil hohe Honorare, manchmal auch vollstationärer Verpflegung dazu. Dass der Pharmaindustrie die Probanden fehlen ist auch überall nachzulesen.

Aber ein demenzkranker Mensch kann die Risiken nicht mehr selbst einschätzen, entscheidet dann der Betreuer? Entscheidet der dann nach dem zu erwartenden Gewinn? Vermittlungshonorar oder Einkommen des Probanden für seine Pflegunterbringungskosten = Kostensenkung im Gesundheitswesen?  Das Feld der Spekulationen wird bestimmt riesig  werden.

Herr Gröhe, fragen wir Sie ganz direkt: „Würden Sie Ihre Eltern / Schwiegereltern / Großeltern  und andere Angehörige auch zur Verfügung stellen, sollten diese an der schlimmen Krankheit „ Demenz“ erkrankt sein?

In einem Vorwort zum Gesetztesentwurf wird davon gesprochen, dass Patientenverfügungen natürlich berücksichtig werden.  Herrn Bundesminister für Gesundheit, Gröhe, das ist ein gesetzliches MUSS,

dass meine Patientenverfügung berücksichtigt werden muss. Aber was ist mit den Tausenden von bestehenden Verfügungen, die auf diesen möglichen Fall gar nicht vorbereitet sind.

 

Um den Eindruck zu vermeiden, dass Demenzkranke als Versuchskaninchen benutzt werden, müsste der im Gesetz das individuelle Selbstbestimmungsrecht jedes Menschen, der seine Patientenverfügung im Zustand der Entscheidungsfähigkeit vorausschauend auch für diese Situation formuliert hat, unmissverständlich festgeschrieben sein. Hierzu müsste ein juristisch, medizinisch und gesetzlich festgelegter Text als unumstößlicher Textbaustein erstellt werden. Es ist aber auch wahrscheinlich, dass viele Patienten dazu nicht bereit wären. JEDER sollte ähnlich wie bei der Frage nach einer Organspende darüber nachgedacht haben.  Ich/ Wir vermute(n), dass dieser Gesetzesentwurf erdacht wurde, weil man erwartet, zu wenige freiwillige Probanden zu finden.

In allen üblichen Patientenverfügungen müsste diese Fragestellung künftig integriert sein.  Mit einer öffentlichen Großaktion aller Medien müsste die Bevölkerung informiert werden. Man hätte im Vorfeld dieser Gesetzesinitiative die Bundesbürger über diese geplante „Verbesserung“ informieren müssen!!!

Herr Bundesminister Gröhe, vor 2 Wochen haben sie in München eine riesige Werbe- und Informationsveranstaltung zur Organspende eröffnet. Wo waren ihre informierenden Worte zu diesem Thema? Sie hatten alle Medien vor Ort und hätten auch von den zukünftigen "Verbesserungen" bei Therapien reden können.

Nein, dieses Gesetz wird in Hinterstuben geschrieben, still verabschiedet und dann merken es die Betroffenen irgendwann – oder merken sie es gar nicht mehr, wegen Demenz?!

Wir/Ich sage(n):"Ganz einfach pfui"!!! Wo bleibt da der christliche Sinn eines CDU-Mannes?  Schon lange untergegangen?!

Als studierter Jurist und historisch gebildeter Mensch, sollten Sie den Nürnberger Kodex von 1947 kennen. Hat dieser Kodex nicht historischen (schmerzlichen) Hintergrund in der deutschen Vergangenheit?

Darf ich Ihnen Kapitel 9 des Kodexes zitieren?  „ Während des Versuches muss der Versuchsperson freigestellt bleiben, den Versuch zu beenden, wenn sie körperlich oder psychisch einen Punkt erreicht hat, an dem ihr seine Fortsetzung unmöglich erscheint“.   Und das ist ganz klar: Diese Entscheidung kann ein demenzkranker Proband nicht mehr fällen! Diese Entscheidung kann dann nur noch der Betreuer fällen. Ein Betreuer, heute häufig in der Mehrheit der Betreuungsfälle eine fremde, amtlich bestellte Person - als Herrscher über mein Leben, mein Leiden und meinen Tod?  Wir sind gespannt, ob Sie das wirklich Ihren Lieben antun wollen? Auch Sie werden einmal alt werden. Sind Sie ganz sicher, dass Ihnen eine Demenzerkrankung erspart bleibt? Stellen Sie sich vor, Sie selbst könnte in diese "Mühle" geraten! Wir sind sehr gespannt auf Ihre Antwort!

 

Göttingen den 7. Juni 2016

Ursula Lallmann, Senioren Schutz Bund Graue Panther Südniedersachsen

Erika Lohe-Saul, Präsidentin Bundesverband Graue Panther e.V.

Ganzen Eintrag lesen »

Wir gratulieren dem neuenVorstand des Bundesverbandes Graue Panther e. V. siehe Fotos am Rande

Veröffentlicht am 13.05.2016
Ganzen Eintrag lesen »

Der Senioren Schutz Bund Graue Panther Südniedersachsen e.V. versteht sich als eine nicht nur gemeinütziger, sondern auch sozialer Verein, der getragen und gestärkt wird von der Gemeinschaft und Solidarität unter den Mitgliedern und Freunden der Bew

Veröffentlicht am 15.03.2016
Ganzen Eintrag lesen »

Melden Sie sich an, um Neuigkeiten von uns zu erhalten

Füllen Sie das unten stehende Formular aus, wenn Sie Neuigkeiten über Senioren Schutz Bund Graue Panther e.V. erhalten möchten. Sie werden direkt und bequem an Ihre E-Mail-Adresse gesendet:

Durch * gekennzeichnete Felder sind erforderlich.

 

Vorsitzender             

Herr Lutz Dramsch 

Email:    autodoc.dramsch@t.online.de

Telefon: 0160 8590428

 

Stellvertretende Vorsitzende

 Ina-Maria Joost

Email:      ina-maria-joost@online.deTelefon:   05594 558

 

 

 

Stellvertretender Vorsitzender 

Dieter Esch

Daten folgen

 

Schatzmeisterin 

Erika Lohe-Saul

 

Anschrift + Kontakt  (für den gesamten Vorstand)  siehe Geschäftsstelle